Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Ansicht der Stadt Aarau mit Stadtkirche nach einem historischen Stich
Ansicht der Stadt Aarau mit Stadtkirche nach einem historischen Stich

Kirchen- und Baugeschichte

Bereits im 6. Jahrhundert muss sich auf Aarauer Boden eine Kirche befunden haben. Das zutage geförderte 1,5 m dicke Mauerfundament umschloss einen nach Osten gerichteten Kirchenraum. Die in der Nähe entdeckten Gräber bestätigen die Wichtigkeit dieser frühen christlichen Kultstätte. In ihrer Bedeutung wurde sie durch die Pfarreien von Suhr und auf Kirchberg bei Küttigen abgelöst und das Gebäude aufgegeben.

Somit unterstand die erste Aarauer Stadtkirche der Pfarrei Suhr, wie eine päpstliche Zehntensteuer aus dem Jahre 1275 belegt. Die im Zusammenhang mit der Innenrenovation der Stadtkirche von 1939 vorgenommenen Bodensondierungen ermöglichten eine gewisse Vorstellung des Vorgängerbaus. Es muss sich um eine einschiffige Kirche mit dreiseitig geschlossenem Chor in Richtung Nordosten gehandelt haben.

Spätestens seit 1426 wurde die Kirche von einem Turm flankiert und diente der Aarauer Bevölkerung bis 1471 als Gotteshaus.

Im gleichen Jahr begannen der Leutpriester Johannes von Gundeldingen und der Werkmeister Sebastian Gisel von Laufen mit dem Bau der heutigen Kirche. Der Turm der Vorgängerkirche blieb bestehen und wurde in das neue Gebäude einbezogen. Der Konstanzer Weihbischof weihte im Juli 1479 die Kirche mit ihren zwölf Altären zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria.

Zahlreiche Veränderungen sollten die neue und für das damalige Aarau grosse Kirche in den kommenden fünfhundert Jahren prägen: Die Reformation mit ihrem Gebot des bilderlosen Kirchenraumes, das Zeitalter der Gipsstukkaturen im 18. Jahrhundert und schliesslich die formenreiche Neugotik im 19. Jahrhundert hinterliessen ihre Spuren. Auch Gestalt und Funktion des auf den Vorgängerbau zurückgehenden Turmes änderten sich: Der damalige Aarauer Werkmeister Simon Erismann von Staffelbach erhöhte ihn 1663 und blendete dem Käsbissen die beiden geschwungenen barocken Giebel vor. Gleichzeitig wurde die erste Turmuhr eingebaut.

Eine grosse Bereicherung erfuhr der Kirchenraum 1756 mit der von Bern geschenkten Orgel. Sie kam zuerst auf den Lettner zu stehen, bis sie 1891 ihren bis heute bestehenden Platz auf der Westempore erhielt.




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