Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Glocken

Das ursprüngliche Geläut des Turmes von Ende des 15. Jahrhunderts bestand aus zwei Glocken: eine kleinere von 1499, die als Feuerglocke diente, und eine grössere von 1498.

Die kleinere Glocke von 1499, die heute im Friedhof aufgestellt ist, hat einen Durchmesser von 50 cm und trägt am Hals in gotischen Minuskeln die Umschrift: «+ ave. maria. gracia. blena [falsch für: plena]. dominus. tecum. anno. dm̅i [domini].m.ccc.ic.iar [1499]», also der sogenannte «englische Gruss», die Anrede des Engels Gabriel an Maria nach Lukas 1,28, der korrekt «Ave Maria gratia plena, Dominus tecum» lautet (nach der lateinischen Bibelübersetzung, der Vulgata). Über der Umschrift findet sich ein umlaufendes Masswerkfries. Anlässlich der Aussenrenovation von 1948 wurde bei der Glocke ein Sprung festgestellt, aus diesem Grund wurde sie durch eine neue ersetzt.

Die grössere Glocke von 1498, immer noch Teil des heutigen Geläuts, hat einen Durchmesser von 105 cm und trägt am Hals die Umschrift in gotischen Minuskeln: «+ hilf maria und sant peter wer mich hoer das im got alles leid zerstoer.mcccclxxxxviii [1498]». Darunter sind auf der Glocke im Hochrelief auf gotischen Konsolen die Figuren der gekrönten Gottesmutter mit Kind und von Petrus mit Buch und Schlüssel zu sehen.


Die älteste Glocke im Geläut von 1498


Detail der alten Glocke von 1498: die bekrönte Gottesmutter mit dem Kind



Blick in den Glockenstuhl

Das heutige Geläut besteht aus drei Glocken: der alten von 1498 und zwei etwas später gegossenen Glocken von Ende des 15. Jahrhunderts.

Die mittlere Glocke hat einen Durchmesser von 82 cm. sie ist eine sogenannte «Cum pace-Glocke» und trägt eine Umschrift ohne Jahrzahl in gotischen Majuskeln: «O.REX.GLORIE.X̅PE [CHRISTE].VENI.CUM.PACE.AMEN.» [O König der Herrlichkeit, Christus, komm mit Frieden. Amen]

Die kleineste Glocke hat einen Durchmesser von 69 cm und trägt am Hals die Umschrift ohne Jahrzahl in gotischen Majuskeln die Umschrift: «+ DA.PACEM.DOMINE.IN.DIEBUS.NOSTRIS.»




Die alte Feuerglocke von 1499, die auf dem Friedhof einen neuen Platz gefunden hat. Auf dem Foto sind Teile der Umschrift zu sehen.


Die Rückseite der alten Glocke, auf der der Sprung gut zu sehen ist



Die Glocken der Kirche Ammerswil sind auch auf Youtube zu hören.




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