Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Blick zum Pfarrspeicher, zum Pfarrhaus und der gegenüberliegenden Pfarrscheuer, im Hintergrund der Turm der Kirche

Die Umgebung

«Die ausgewogene geschlossene Anlage mit Haus. Portal, Hof und Garten ist der einzige Pfarrhof dieser Art im Aargau.» (Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. II., Seite 12)

Die Anlage, eine zusammengehörende Baugruppe, besteht aus Kirche und Friedhof, das der Kirche gegenüberliegende Alte Schulhaus, dem Pfarrhaus und der gegenüberliegenden Pfarrscheune mit seitlich angebauten Wirtschaftsteilen (Holzschopf und Waschhaus). Neben dem Pfarrhaus steht der Pfarrspeicher aus Holz.



Blick vom Kirchturm auf die geschlossene Baugruppe von Pfarrscheune mit Seitenflügeln (vorne), Pfarrhaus mit der Laube in Fachwerkkonstruktion (links), Pfarrspeicher (rechts)

Das Pfarrhaus als klassizistisches Berner Landhaus wurde 1783 von Ahasver Carl von Sinner (1754–1821) aus Bern erbaut; es wurde 1962 einer Aussenrenovierung unterzogen. Markant sind die hohen Rechteckfenster unter dem Walmdach; an der Südseite befindet sich eine geschlossene Laube in Fachwerkkonstruktion über Holzsäulen. Gegenüber dem Pfarrhaus ist ein längsrechteckiger Hof angegliedert, der gegenüber von der Pfarrscheuer mit links und rechts angegliedertem Holzschopf und Wachhaus steht.



Pfarrhaus und Pfarrspeicher

Der Pfarrspeicher, ein zweigeschossiger, spitzgiebliger Ständerbau mit ringsumgeführter überdachter Laube aus dem Jahre 1685 ist einer der schönsten Beispiele dieses Haustypes, der im Berner und Luzerner Gebiet vorkommt.


Blick in den Hof zwischen Pfarrhaus und Pfarrscheune mit Wirtschaftsgebäuden

Pfarrhaus, Pfarrscheuer und Pfarrspeicher geben nicht zuletzt Zeugnis vom Leben der Pfarrherren, das eben nicht nur im pfarrherrlichen Dienst bestand, sondern – wie bei den meisten Zeitgenossen – auch aus einem Wirtschaftsleben nach dem Selbstversorgerprinzip.

Die Ammerswiler Pfarrer «bewirtschafteten im allgemeinen das Pfrundland selbst und wurden grossteils mit Naturalien besoldet. Die Pfrund war gut, d.h. es liess sich hier leben. Für den Landvogt auf Schloss Lenzburg zogen die Prädikanten [die Pfarrer] den grossen Zehnten ein. Sie durften soviel Vieh auf die Gemeindewiese treiben als der grösste ‹Pur›. Einige von ihnen frönten mit besonderer Leidenschaft der Forellen-, Tauben- oder Rosenzucht.»
(aus: 700 Jahre Kirche Ammerswil: Festschrift, n.p.)

Einen Einblick in das wirtschaftsleben der Pfarrfamilien, zu der auch Landwirtschaft gehört, gibt auch dieser Bericht aus der Geschichte der Kirche Bözen.

Zur Kirche gehört selbstverständlich, wie bei vielen alten Anlagen, auch der Friedhof, der die Kirche beidseitig umgibt.



Friedhofsimpression von Ammerswil, im Hintergrund das Dach des stattlichen Pfarrhauses

1998 wurde anlässlich der Aussenrestaurierung auch ein neues Gemeinschaftsgrab eingeweiht, das südlich der Kirche in umittelbarer Nähe zu den übrigen Gräbern angelegt wurde.




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