Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Auenstein
Historisches Foto der berühmten Sanduhr von Auenstein aus dem Jahre 1651

Die Sanduhr von 1651


«Die Sanduhr wurde von der Berner Kirchenobrigkeit als Mass für die Länge der Predigt verordnet. Der Sandfluss dauert eine Stunde, solang hatte der Pfarrer damals zu predigen. Pfarrer Walter Meier pflegte sie im Silvestergottesdienst alljährlich einmal zu wenden. Diese Sanduhr hat während Jahrzehnten die Kanzel geschmückt und wurde im Herbst 1993 zerstört. Irgendeine ungeschickte Hand hob die Sanduhr aus ihrer Halterung und liess sie auf die Treppenstufe zum Chor fallen. Pfarrer Nauli sammelte behutsam die verstreuten Einzelteile und legte diese in eine Schachtel. Fast geriet die Schachtel mit der versplitterten Sanduhr in Vergessenheit, bis glücklicherweise Rosmarie Frei-Rehmann nach dem Stand der Restauration nachfragte. In der Folge nahm sie die Schachtel mit den vielen Splitterteilen in ihre Obhut mit dem Ziel, dass diese Sanduhr eines Tages wieder an ihrem Standplatz auf der Kanzel stehen werde. Unter Beizug der Denkmalpflege konnte Frau Schilling vom Archäologie- und Kantonsmuseum Baselland die Glasfragmente fachkundig zusammenfügen und dann verschweissen. Neuer Sand wurde eingefüllt und die beiden Kolben in alter Manier verbunden. Diese mühevolle Operation dauerte 21 Stunden und kostete nur 1000 Franken. Diese Kosten wurden aus vorhandenem Legat von der Denkmalpflege bezahlt. Am 11. Dezember 1997 war die Sanduhr eigentlich wieder betriebsbereit. Nur noch eines fehlte, nämlich die Restauration des alten Holzgestells. Wiederum war der Rat von Jürg Andrea Bosshardt von der kantonalen Denkmalpflege gefragt. Er kannte einen Restaurator der Klosterkirche Muri, und so wurde diese Arbeit in die Hände der Restauratoren Brühlmann & Kaufmann in Muri übergeben. Ihre Arbeit war so gut gelungen, dass die vorgenommenen Holzreparaturen kaum zu erkennen sind. Die Kirchgemeinde bezahlte für diese Instandstellung nur 526 Franken und erhielt später von der Denkmalpflege 138 Franken als Subvention zurück! Als Fragmente hat Rosmarie Frei-Rehmann  die Sanduhr von Pfarrer Nauli entgegengenommen und durfte sie am 26. Juni 1998 nach dreijähriger Restaurationszeit wieder auf der Kanzel einsetzen. Freude herrschte in der ganzen Kirchgemeinde!!»

Aus: Heinz Joho, Kirche Auenstein: Geschichtliches und Wissenswertes, Auenstein 2010, S. 20.




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