Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Blick in den dreiseitigen Chor mit Kanzel, Taufstein und drei Chorfenstern

Das Innere

Das Kircheninnere präsentiert sich als typisch protestantische schlichte Saalkirche mit axial aufgestellter Kanzel und vorangestelltem Taufstein. Auch die Innenausstattung aus Holz ist betont schlicht – aber dann überrascht ein unerwartet verspieltes wesentliches Element dieses Innenraumes.

1791 erhielt die Kirche eine flache Rokokostuckdecke der berühmten Voralberger Stukkateure Moosbrugger, die sich anlässlich der Renovation von 1975 in den ursprünglichen, feinen grünen und gelben Pastelltönen präsentiert. Sie verleiht dem eher strengen Kirchenraum geradzu festlichen Glanz und Pracht und gleichzeitig eine überraschende Leichtigkeit.

Die Stuckdecke zeigt die für diesen Stil typischen geschwungenen C-Formen, Blattranken und florale Muster. Sie geht in einer Hohlkehle in die Kirchenwand über und schmiegt sich auf diese Weise harmonisch an die Seitenwände. Auch die Fensterscheitel sind mit feinen Muschelverzierungen versehen.



Die schlichte hölzerne Empore mit Orgel unter der Moosbrugger'schen Rokokostuckdecke



Die Stuckdecke Richtung Chor

Aufnahmen einiger der prachtvollen Details der Birrwiler Stuckdecke mögen die Qualitätsarbeit der berühmten Stukkateure verdeutlichen.

   
 


   


 
 

Die Kanzel aus Hartstein findet sich an der östlichen Chorabschlusswand. Der polygonale Korpus mit vorgestellten Ecksäulen, verkröpftem Sockel und Gebälk wird von einer Säule mit barockem Kompositkapitell getragen. Zur Kanzel führt eine geradläufige Treppe mit durchbrochener Brüstung, ebenfalls aus Stein,




Die Kanzel mit Treppaufgang und hölzernem Schalldeckel



Detail der durchbrochenen Steintreppe zur Kanzel


Blick auf das kunstvoll gearbeitete Lesepult und den Schalldeckel


Die steinerne Kanzel mit dem Breitenlandenbergwappen und Bibelsprüchen

Im Rundbogenfeld der vorderen Kanzelbrüstung findet sich das bekrönte und farbig bemalte Wappen Breitenlandenberg mit den drei goldenen Ringen, darunter in vergoldeten Antiquamajuskeln die Inschrift:

«HERR IOHANN FRIDE
RICH VON BREITEN-
LANDENBERG HERR
ZU LIEBECK UND BIRWEIL
ANNO 1689»

An den seitlichen Brüstungen sind Bibelsprüche in Latein angebracht. Im linken Feld steht:

«ESTO FIDELIS USQUE AD MORTEM ET DABI TIBI CORONAM VITAE»
(«Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.» nach der Offenbarung 2,10b)

darunter:
«HIC OMNIA CHRISTUS»
(«Hier soll Christus alles sein»)

Im rechten Feld steht:

«NON ME PUDET EVANGELII CHRISTI»
(«Ich schäme micht des Evangeliums nicht.»)

darunter:
«PATIOR UT POTIAR»
(«Ich leide, damit ich siege.»)


Der schlichte sechseckige Taufstein mit geschweiftem Fuss besteht aus grau bemaltem Granit.  Auf ihm findet sich das Wappen Hallwil (das Geschlecht der Ehefrau von Johann Friedrich II. von Breitenlandenberg).
 

Das Wappen der von Hallwil am Taufstein

Die Inschrift in goldenen Antiquamajuskeln lautet:

«FRAW SUSANNA VON
BREITEN LANDENBERG
GEBORENE VON HALL=
WEIL ANNO 1689»


Im Chor findet sich auch eine Grabplatte, zwar ohne Inschriften, aber mit dem mit dem (stark beriebenen) Wappen der Breitenlandenberg. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist. Sie miss 196 cm x 100 cm.


 
Grabplatte im Chor mit dem Wappen der Breitenlandenberg


Bemerkenswert ist auch das wunderschöne handgeschmiedete alte Schloss am Eingangsportal.


Das Schloss am Eingangsportal


Die Verfasserin dankt Herrn Mark Wüst, Museumsleiter des Stadtmuseums Rapperswil-Jona, für seine Unterstützung zum Geschlecht der Landenberg.




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