Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Der Grundriss der Kirche Birrwil im Massstab 1:300

Die Kirchen- und Baugeschichte

1275 wurde an der Stelle der heutigen Kirche eine erste Kirche errichtet, die der Jungfrau Maria und dem hl. Pankraz geweiht waren. Im 14. Jahrhundert wurde sie gotisch umgebaut; dem Chor wurde südseitig ein Turm angebaut, der im 16. Jahrhundert wieder abgetragen und neu direkt über dem Chor wiederaufgebaut wurde. Um 1640 wurde die Kirche erneut umgebaut.

Birrwil gehörte kirchenrechtlich seit 1326 zum nahe gelegenen Schloss Liebegg, das 1668 von Johann Friedrich I. von Breiten-Landenberg (1606-1688) erworben wurde. Die von Landenberg stammten ursprünglich aus dem Zürcher Tösstal und besassen drei Stammschlösser: Alten-, Breiten- und Hohenlandenberg. Nach und nach gelangten sie in den Besitz von über 30 Schlössern.

Die beiden Frauen seiner Söhne, beide aus dem Haus von Hallwil, tauschten 1709 die Liebegg gegen das Erbe der dritten Schwester ein, die mit Johann Friedrich von Graviset verheiratet war. So fiel die Liebegg wieder an die Familie Graviset.

1689 wurde ein etwas weiter nördlich stehender Neubau errichtet, nachdem man das Kirchenschiff mit Ausnahme der nördlichen Längsmauer abgebrochen hatte. Dabei bezog man diese Mauer in den Neubau ein. Der Kirchturm blieb bestehen, wurde aber erhöht.

Ende des 18. Jahrhunderts (vermutlich 1791) wurde der Innenraum renoviert, dabei kam es zu einem bedeutsame Auftrag an die Vorarlberger Stukkateur-Dynastie Moosbrugger für eine neue Decke im damaligen Rokokostil – heute Glanzstück in der an sich sehr schlichten Saalkirche. 1811 wurden am Turm Eckestrebepfeiler angebracht, und 1925 wurde die Kirche erneut renoviert.



Die Eckstrebepfeiler an der Turmbasis

Anlässlich der umfassenden Renovation von 1975 wurde die bedeutende Mossbrugger'sche Stuckdecke auf Anregung der kantonalen Denkmalpflege in den ursprünglichen Farben restauriert und präsentiert sich seither in feinen Pastellfarben.

2016 wurde die zum Kirchenensemble gehörende Pfarrscheune umgebaut und dient seither als beliebter Ort für Veranstaltungen.

Seit 1950 steht die Kirche unter kantonalem Schutz.

1925 und 1975/78 erfolgten umfangreiche Renovationen.




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