Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Kirche Brittnau mit Turm und Chor von Osten her gesehen

Das Äussere

Von der historischen Kirchenanlage ist heute nur noch das Gotteshaus erhalten. Die am Ostrand des Dorfkerns gelegene Kirche befindet sich auf einer vergleichsweise grossen, freistehenden Fläche. Dem einschiffigen Langhaus schliesst sich in gleicher Breite ostseitig ein dreiseitig geschlossener Chor an.

Das Gebäude wird überragt vom hohen Turm mit seinem parallel zum Kirchendach verlaufenden steilen Käsbissen. Das Turmdach ist mit glasierten Ziegeln gedeckt, die farblich ein Rautenmuster ergeben. Die gekuppelten Rundbogenfenster der Glockenstube öffnen sich nach allen vier Himmelsrichtungen, ebenso die unterhalb der Schallöffnungen angebrachten Zifferblätter der Turmuhr. Das Storchennest auf dem Kirchturm – aus einem eisernen Rad bestehend – geht in das ausgehende 18. Jahrhundert zurück.

Im Turm von 1585 dürfte es wohl von Beginn weg eine Turmuhr gegeben haben, zumal bereits vor dem Turmbau in den Quellen eine Uhr nachweisbar ist. Nach einer grösseren Lücke tauchen ab 1628 in den Kirchenrechnungen nahezu jährlich Ausgabeposten für das «Zyt», manchmal auch für den «Urimacher» auf. 1772 werden zwei Zifferblätter am Turm und eine Sonnenuhr (auf der Südseite) erwähnt. 1806 wurden die «Uhrentafeln» ersetzt, eines davon sogar durch ein kleines Schirmdach geschützt. 100 Jahre später baute man dieses Dach wieder ab. Trotz ihres schlechten Zustandes wurde die Brittnauer Turmuhr 1832 nicht ersetzt, sondern bis zur Renovation 1905 mehr schlecht als recht «am Leben erhalten». Dann erfolgte der Einbau eines neuen Uhrwerks.

Der südliche Seiteneingang der Kirche zeigt über einem blinden gekehlten Eselsrücken ein doppeltes Berner Wappen in Flachrelief und der Bauinschrift «1641». Der nordseitige Zugang wird heut nicht mehr benutzt. Sein Gewände bildet über einem Korbbogen einen blinden Kielbogen mit profilierter Umrahmung. Im Scheitel ist ein Steinmetzzeichen angebracht. Die Westseite ist seit der Entfernung des neugotischen Eingangs von 1905 und dem Anbau eines einfachen Vorzeichens beim Haupteingang in ihrer Wirkung weit weniger «beeinträchtigt», als dies der Kunsthistoriker Michael Stettler 1948 noch feststellen musste.

Kirchenzugang von Süden her mit dem doppelten Berner Wappen

Als Friedhof wurde lange – wie gemeinhin üblich – der Kirchhof genutzt, also der von der Kirchenmauer begrenzte Raum im direkten Umfeld der Kirche. Nach mehreren Erweiterungen konnte 1880 schliesslich der neue Friedhof im Feld eingeweiht werden.

Nach dem Dorfbrand von 1547 wurde auch das zerstörte Pfarrhaus rasch wieder aufgebaut. 1734 musste es wegen fortgeschrittener Baufälligkeit durch ein neues ersetzt werden. Dieses Gebäude blieb bis 1962 in Verwendung, machte dann aber einem Neubau Platz. Gleich daneben wurde 1979 das aktuelle Kirchgemeindehaus errichtet.




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