Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Der Innenraum der Kirche vom Haupteingang her gesehen

Das Innere

Durch die 1968 erfolgte Verlegung der relativ neuen Orgel (1956) auf die Empore, die Entfernung des alten Chorgestühls, die Neueinteilung der Bestuhlung und die gelungene Glaskunst zeigt sich dem Betrachter heute ein freundlicher, heller, harmonisch wirkender und atmosphärisch berührender Innenraum. Die durch die Baugeschichte bedingten Abweichungen der Raumachsen und die sich vom Haupteingang gegen den Chor verjüngende Raumbreite fallen kaum ins Gewicht. Sie verstärken lediglich leicht die «gefühlte Länge» des Gesamtinnenraums.


Der Innenraum der Kirche vom Chor her gesehen

Die Kirche Brittnau verfügt heute über zwei alte Glasgemälde aus der Zeit um 1520 und von 1702, eine Wappenscheibe der Gemeinde aus dem Jahr 1905 sowie drei moderne Chorfenster und mehrere mit Glasmalereien versehene Fenstermasswerke. Die älteren Scheiben wurden im Lauf der Zeit mehrfach neu positioniert und gelangten erst während der letzten Renovation von 1968 an ihre heutigen Standorte.

Die vom Kirchenschiff her gesehen linksseitig angebrachte Kanzel stammt aus dem Jahr 1641. Sie ist aus Eichenholz gefertigt und besteht aus dem freitragenden Polygonkorpus und einem darüber angebrachten Schalldeckel mit dem Spruch «Selig sind die das Wort Gottes hören und behalten» sowie dem Namen das damals amtierenden und aus Brugg stammenden Prädikanten Jakob Frey (im Amt 1627–1644). Auch der vor dem Kanzelaufgang angebrachte Chorstuhl stammt aus dieser Zeit. Zusammen mit dem ehemals (bis 1968) gegenüber liegenden zweiten Chorstuhl waren so zwei Ehrenplätze für den Aarburger Landvogt und den Brittnauer Untervogt vorhanden.

Kanzel von 1641 und der «Ehrensitz» (Chorstuhl) des Untervogtes vor dem Chorbogen

Der Taufstein ist zentral im Chor aufgestellt. Es handelt sich um einen achteckigen Kelch aus grauem Sandstein mit vielfachen waagrechten Profilen ungleicher Höhe. Er stammt aus dem Jahr 1576 und trägt das Meisterzeichen des Lenzburger Steinmetzen Antoni Frymund. Auf den trapezförmigen Kelchseiten sind zu verschiedenen Zeiten zusätzliche Gravuren aufgebracht worden, so etwa das Monogramm des Zofinger Baumeisters Antoni Stab. Am Kopfrand des Taufsteins findet sich die Inschrift «Von Gottes Gnaden ist der Stein, darin das Christenkind die Toufe sol empfon. Anno Domini MDLXXVI [1576]».

Der Taufstein von 1576

Die heutige Orgel der Kirche Brittnau stammt aus dem Jahr 1956. Damals befand sich das Instrument mit 16 Registern noch im hinteren Teil des Chores, bevor es dann 1968 auf die Empore verlegt wurde. Die Orgel war 1955 bei der Firma R. Ziegler im zürcherischen Uetikon bestellt worden und kostete 41’500 Franken.

Die Orgel von 1956 ist seit 1968 auf der Empore platziert.

Bereits 1645 scheint in Brittnau eine kleine Orgel in Gebrauch gestanden zu sein. Sie wurde aber spätestens gegen Ende des 17. Jahrhunderts wieder durch die damals üblichen Posaunen- und Zinkenbläser abgelöst. Erst Ende des 18. Jahrhundert erwarb die Kirchgemeinde in Lenzburg für vergleichsweise wenig Geld eine gebrauchte Orgel, die 1732 vom Orgelbauer Speisegger in Schaffhausen hergestellt worden war. Schreiner, Maler und Schmied mussten vor Ort das Instrument wieder instand setzen. Bereits 1824 wurde erneut eine gebrauchte Orgel erworben, die zuvor in Zürich und in Lenzburg ihren Dienst versehen hatte. 1886 wurde schliesslich bei der Firma Speich in Rapperswil eine neue Kirchenorgel mit 12 Registern gekauft. Bis 1925 besoldete die Kirchgemeinde noch einen «Orgeltreter», der das Gebläse mit Muskelkraft betrieb, danach wurde ein elektrischer Antrieb eingerichtet. In den 1950er-Jahren musste dann auch diese durch ein neues Instrument ersetzt werden.




Reformierte Kirchen im Aargau

Startseite | Suchen | Übersicht Kirchen