Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die bronzene Gedenktafel für Johann Jakob Urech (1879–1970)

Die Kirchen- und Baugeschichte

Bis zum 14. Jahrhundert gehörte Brunegg zur Pfarrei Windisch, danach zur neu gegründeten Tochterkirche im nahen Birr. Hier wurden bis 1965 die Verstorbenen von Brunegg bestattet. Immer wieder wurde jedoch der Wunsch nach einem eigenen Friedhof in Brunegg geäussert. 1965 kam schliesslich der betagte ehemalige Landwirt Johann Jakob Urech (1879–1970) seinen Gemeindemitgliedern zu Hilfe: Mit einer grosszügigen Spende ermöglichte er die Erstellung eines Friedhofes, und das Vorhaben weitete sich alsbald sogar noch aus: Mit etwas Frondienst und einigen Spenden, so rechnete der damalige Gemeindeammann Walter Renold, sollte sogar eine dazugehörige Abdankungshalle realisierbar sein. Nach einem positiven Echo der Dorfbevölkerung konnte gar der Bau einer kleinen Kirche ins Auge gefasst werden, und nachdem 1964 die Firma Mietrup Pläne dazu vorgelegt hatte, erhöhte Johann Jakob Urech seine Spende auf stolze 46.000 Franken.

Im Anschluss an die nötige Waldrodung begann auf einem Bauplatz südlich des Dorfes unter Baumeister Ernst Urech die Errichtung der Friedhofanlage, und bereits von 1966 an wurden die Brunegger auf dem neuen Friedhof am Waldrand bestattet. Im selben Jahr machte man sich an die Erstellung des Kirchenbaus. Aus einem Dorffest wurden weitere Beiträge generiert, und manche der lokalen Firmen unterstützten die Fronarbeit und verzichteten auf ihre Lieferungskosten. Die Frondienste fanden normalerweise in den Abendstunden statt: Noch um 21 Uhr wurden die Männer mit Kaffee und Kuchen versorgt.

Nachdem aus Birr die Spende einer alten Glocke versprochen worden war, beschäftigte man sich auch mit einem kleinen Turmbau. Der Gemeindeammann persönlich machte sich auf die Suche nach einem Vorbild und wählte schliesslich den 1961 erstellten Turm der reformierten Kirche in Buochs NW aus, der daraufhin auch von einem Kollektiv aufgesucht wurde und in verkleinerter Form nachgebaut werden sollte. Aus vier starken Lärchenbalken und einer Holzverschalung errichtete man neben der Kirche einen 14 m hohen Turm und deckte ihn mit einem Eternitdach. Im Turmhahn wurden verschiedene Aufsätze der damaligen Viert- und Fünftklässler über die Bauvorkommnisse und das Dorfleben platziert.

1967 waren sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen, am 29. Oktober dieses Jahres wurde die Anlage eingeweiht. Schuldenfrei konnte der Bau der Gemeinde übergeben werden. Zu den ersten, die auf dem neuen Friedhof bestattet wurden, gehörte der grosse Gönner der Anlage, Johann Jakob Urech, der 1970 über 90-jährig verstarb und zum Dank für seine Spende und Initiative eine bronzene Gedenktafel erhielt.

1973 wurden die Kirche und der Friedhof in eine Stiftung überführt, 1996 fand aussen und innen ein Neuanstrich der Kirche statt.




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