Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Buchs
Das grosse Gastmahl in der Interpretation des Aarauer Künstlers Felix Hoffmann von 1970.

Die Glasmalereien

Der bekannte Aarauer Künstler Felix Hoffmann (1911—1975) schuf 1970 für die östlichen Chorwand ein grosses Fenster mit den Massen 620 x 320 cm. Es zeigt das Gleichnis vom grossen Gastmahl nach Lukas 14, 16-24. Das Fenster ist zwölfteilig in drei senkrechten Bahnen mit je vier Panneaux organisiert.  Die Gesamtansicht ist stark rechtwinklig bzw. mit breiten Farbbändern angelegt, die vor allem im unteren Teil fast die ganze Panneauhöhe einnehmen.

In eindrücklicher Farbgebung, in der grosse Flächen in warmen Rot-, Blau- und Gelbtönen dominieren, hat der Künstler das Bildthema gestaltet. Fast deckende, dunklere Farbfächen wechseln sich ab mit Weissglasanteilen bzw. sehr transparent gehaltenen Tönen in Hellblau und Helloliv. Von unten nach oben lässt sich eine Aufhellung erkennen, es geht vom Irdischen ins Transzendente, mit einer grossen Christusfigur ganz in Blau im Zentrum der obersten Panneaureihe.

Die bunten Flächen gruppieren sich um das eigentliche Bildzentrum im oberen Teil des Fensters: Es ist der gedeckte Tisch in hellen, transparenten Tönen. Darauf sind Teller, Gläser, eine grosse Karaffe zu sehen, ganz einfach und fast abstrahiert gestaltet, alles in starker Aufsicht – eine Einladung, daran teilzunehmen.

Gastgeber ist die grosse Christusfigur, die ihre beiden Hände im Gebetsgestus auf den Tisch gelegt hat. Seine Darstellung als in sich ruhender, sehr konzentrierter, verinnerlichter Mensch mit niedergeschlagenen Augen steht im deutlichen Widerspruch zum Auftreten des Gastgebers im Gleichnis, in dem er als Erzürnter ob all den Absagen seiner Freunde geschildert wird – eine schöne und eigenwillige Interpretation durch den Künstler.

Felix Hoffmanns Signatur findet sich im linken untersten Panneau ganz rechts und lautet:

«Felix Hoffmann
1970»


Zuunterst ganz rechts finden sich die Angaben zum Glaskunstatelier, mit dem Felix Hoffmann das Fenster gestaltete:

«GLASMALEREI
WÜTHRICH
BERN»


Schon bei den ersten Fenstern der Stadtkirche Aarau aus den Jahren 1939/43 hatte Felix Hoffmann mit dem erfahrenen Paul Wüthrich in Bern zusammengearbeitet.

Blick in den Chorraum und auf die östliche Chorwand mit dem Fenster von Felix Hoffmann


 

Detail aus dem untersten Panneau rechts

Weitere Darstellungen von Mahlsszenen – finden sich in Felix Hoffmanns Glasmalereien auch auf dem Kirchberg (Die Hochzeit von Kana) und in Umiken (Abendmahl).


Barbara Tobler im Wochentext «Nachgedacht: Glaube und Kunst» der reformierten Wochenzeitschrift «Doppelpunkt» 24/2015:
«Kommt, alles ist schon bereit!» – Wochentext: Lk 14,17b  (PDF, 217 KB)


Text © Barbara Tobler
Fotos © Hans Fischer




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