Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Wappenpyramide Bern – Reich wird in beiden, nahezu identischen Rondelen von zwei Löwen flankiert, welche die Reichskrone über das Reichsschild halten. Als einzige Inschrift ist jeweils die Jahresangabe «1573» zu finden.

Die Glasmalereien

In der reformierten Kirche von Erlinsbach war seit der Bauzeit (1563/65) stets nur sehr wenig Glaskunst vorhanden. Eine üppige Ausstattung mit grossflächigen Wappen- und Figurenscheiben wäre in diesem einfachen Predigtsaal, der bis heute in seiner ganzen Schlichtheit das reformierte Dogma der Schmucklosigkeit verkörpert, auch nicht angemessen gewesen.

Die alten Glasgemälde

Erst einige Jahre nach der Fertigstellung des neuen Kirchenbaus wurde das Gotteshaus mit einer Scheibenstiftung bedacht. In der Jahresrechnung des bernischen Amtes Königsfelden von 1574 ist vermerkt, dass «us Bevelch mins Herrn Seckelmeisters von Graffenriedt genn Heinrich Leüwen dem Glaßmoller zu Arow umb zwey neüwe Fenster und zwey miner gnädigen Herren Ehren Wappen in die neüw Kilchen zu Erlispach an Pfennigen 22 Pfund» bezahlt worden sei.

Die beiden noch heute erhaltenen auf das Jahr 1573 datierten Bernscheiben stammen somit vom Aarauer Glasmaler Heinrich Leu (1528–1577/78), der übrigens auch einen Teil der Scheiben im Kreuzgang des Klosters Muri gestaltet hat.

Es darf mit Sicherheit angenommen werden, dass beide Medaillons bewusst als Paar für die Verzierung des Ostfensters gedacht waren. Dort konnten die Gläubigen die Scheiben beim Betreten der Kirche durch das Westtor und während der Predigt betrachten, zumal das Fenster damals unmittelbar rechts der Kanzel zu finden war, und das morgendliche Sonnenlicht die bunten Scheiben jeweils zum Leuchten brachte.

Der aktuelle Bestand

Die umfassende Renovation und Erweiterung des Kirchenraumes der Jahre 1963–1965 hat auch im Bereich der Glaskunst grosse Veränderungen gezeitigt. Die beiden Rundfenster wurden nun in eines der Südfenster verlegt und an ihrem ehemaligen Standort im Ostfenster ein grundlegend neu gestaltetes, grosses modernes Glasbild von 1965 eingebaut. Der Auftrag wurde vom Wohler Künstler Werner Sommer (1928–2012) ausgeführt, der auch für die Kirchen von Densbüren, Birr und Rain abstrakte Glaskunstwerke geschaffen hat.

Das moderne, im abstrakten Stil gehaltene Glasgemälde von Werner Sommer im Ostfenster der reformierten Kirche Erlinsbach stammt aus dem Jahr 1965 und ist der Auferstehung Christi gewidmet.


Das moderne, im abstrakten Stil gehaltene Glasgemälde von Werner Sommer im Ostfenster der reformierten Kirche Erlinsbach stammt aus dem Jahr 1965 und ist der Auferstehung Christi gewidmet.

Im Übrigen ersetzte generell eine Blankverglasung die bisherige Fensterverglasung im historischen Stil von 1897. Das Fischblasen-Masswerk der sechs in ihrer Form spätgotischen Spitzbogenfenster ist mit schönem, modernem Buntglas verziert.




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