Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Inneres

Der rechteckige Kirchensaal fasst in seinen Bankreihen ungefähr 200 Sitzplätze. Im Erdgeschoss war im Annexbau an der gewohnten Stelle des Chors – der gerade um 1900 in einem reformierten Kirchenraum für unnötig und rein katholisch gehalten wurde – ursprünglich ein Unterrichtszimmer für die Konfirmanden eingerichtet. Wie häufig in jener Zeit, konnte dieser Raum durch die Entfernung der Mittelwand auch zum Kirchenraum hin geöffnet werden, so dass bei Grossanlässen noch mehr – allerdings für den Blickkontakt mit dem Prediger ungünstige – Plätze bereitgestellt werden konnten. Über dem Konfirmandenraum befindet sich die Orgel- und Sängerempore, die durch einen raumprägenden Rundbogen vom Kirchenraum abgegrenzt ist. «Schön und doch warm und heimelig, feierlich und doch gar hell und freudig wirkt der Raum». So beschrieb Pfarrer Preiswerk 1910 den ursprünglichen Innenraum, und kürzer und treffender lässt sich dieser kaum charakterisieren: Die Holzdecke, Sitzbänke, Emporenbrüstungen und Türen waren hellbraun gebeizt und enthielten einfache rot-schwarze Verzierungen und Friese, wie sie der um 1910 bedeutenden Vorstellung bäuerlicher Handwerks- und «Volkskunst» entsprachen. Die Fenster- und Türeinfassungen wurden aus dem weissen französischen Savonnière-Stein hergestellt.

1948 wurde die Raumstimmung durch die purifizierende Renovation nüchterner und die Orgelempore verändert. 1995 verlegte man im Kirchenraum einen neuen Steinboden. Gleichzeitig wurde der Raum unter der Orgelempore durch vollständige Entfernung der Wandelemente zum Kirchenschiff hin komplett geöffnet. Der Kanzelkorb ist – wie die Sitzbänke – vermutlich ursprünglich, wurde aber versetzt und ohne seinen Schalldeckel aufgestellt. Der Taufstein bildet das älteste Ausstattungsstück der Kirche: Er datiert bereits von 1861 und wurde 1909 von der Kirchgemeinde Zürich-Oberstrass geschenkt, die damals selber eine neue Kirche erbaute.

Orgel
Die ursprüngliche Orgel stammte von der Firma Goll & Cie. aus Luzern. Das heutige Instrument wurde 1962 von der Firma Kuhn AG in Männedorf erstellt und steht an seinem ursprünglich vorgesehenen Platz auf der Empore gegenüber der Gemeinde.




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