Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Foto aus der Bauzeit der Kirche: Dachstockarbeiten

Die Kirchen- und Baugeschichte

Seit Jahrhunderten gehört Hausen kirchlich zu Windisch. «Dorthin ging man sonntags zur Kirche, brachte die Kinder zur Taufe, besuchte den kirchlichen Unterricht, die Kinderlehre, wurde dort konfirmiert, getraut und schliesslich noch zu Grabe getragen», ist in der Dorfchronik Hausen (1999) zu lesen. Im Schulhaus Hausen fanden regelmässig Gottesdienste statt und hier wurde auch die Sonntagsschule durchgeführt. Später erhielt Hausen eine eigene Pfarrstelle und in der Folge auch ein Pfarrhaus. Ab den 1960er-Jahren äusserten die in Hausen wohnhaften Reformierten vermehrt den Wunsch nach einer eigenen Kirche. Eine Ablösung der Kirchgemeinde von Windisch stand hingegen nie zur Diskussion.

Die Initiative für den Kirchenbau in Hausen ging vermutlich vom damaligen Grossrat Hermann Hunziker aus. Er war der erste Präsident des Kirchenbauvereins, der 1962 mit rund 100 Mitgliedern gegründet wurde und zum Ziel hatte, den Bau einer Kirche zu fördern und die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Auch die Errichtung einer zu Hausen gehörenden Friedhofanlage gehörte zu den Zielen des Kirchenbauvereins. Die Kirche Hausen wurde tatsächlich realisiert, der Friedhof hingegen nicht: Nach wie vor gibt es nur den Friedhof neben der Pfarrkirche Windisch. Abdankungen werden aber auch in der Kirche Hausen durchgeführt.

Von Anfang an fasste der Kirchenbauverein den Platz auf dem Rothübel ins Auge, wo sich schon damals eine kleine Turnhalle mit Vorplatz befand. Eine Studie des Brugger Architekten Ernst Strasser (von ihm stammen unter anderem die Pläne der reformierten Kirchgemeindehäuser in Klingnau und Stein) kam zu dem Schluss, dass dieses Areal als Standort für die Kirche geeignet sei. 1970 beschloss die Kirchgemeindeversammlung nahezu einstimmig den Bau der neuen Kirche auf dem Rothübel, 1971 wurden zwei Kaufverträge mit der Ortsbürger- und der Einwohnergemeinde Hausen über den Erwerb des notwendigen Baulandes abgeschlossen. Das ursprüngliche Bauprojekt wurde später in bescheidenerem Umfang realisiert, weil sich die Bevölkerung einerseits für den Erhalt des Turnschopfs aussprach und andererseits die kantonale Forstbehörde wegen der geplanten Waldrodung Widerstand zeigte. Die Kirche wurde schliesslich gebaut, ohne dass die Turnhalle weichen musste. Der Platz vor dem Schopf war ursprünglich als Bauplatz für den Friedhof vorgesehen. Heute dient er als Parkplatz.

Für kontroverse Diskussionen sorgte zeitweise der Vorschlag des Gemeinderats – der aufgrund der Landverhandlungen schon früh in das Kirchenbauprojekt involviert war –, statt einer reformierten Kirche ein ökumenisches Zentrum zu errichten. Der Gemeinderat vertrat die Ansicht, dass es sinnvoller sei, ein geistiges Zentrum für die ganze Dorfbevölkerung zu realisieren, als zuerst eine reformierte und später eine katholische Kirche zu bauen. Die Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde sprachen sich aber mehrheitlich gegen diesen Vorschlag und für eine reformierte Kirche aus; unter anderem, weil sie die in der Kirchgemeinde gesammelten Gelder für ihre eigene Kirche verwenden wollten, und weil die Katholiken in Birr und Windisch schon zwei Gotteshäuser in der Umgebung besassen. Bis heute ist der Bau auf dem Rothübel die einzige Kirche in Hausen.

Obwohl die Standortplanung von Ernst Strasser durchgeführt worden war, wurde schliesslich ein anderer Architekt, nämlich Paul Hintermann aus Rüschlikon, mit dem Kirchenbau beauftragt. Hintermann (1913–1993) hatte unter anderem Anfang der 1970er-Jahre die reformierte Kirche in seiner Wohngemeinde renoviert und umgebaut.

1977 begann man mit dem Aushub, im April 1978 wurde Aufrichte gefeiert. Im August fand der Aufzug der drei Glocken statt, und im Dezember desselben Jahres wurde die reformierte Kirche Hausen schliesslich eingeweiht. Der Bau und die Innenausstattung, die ebenfalls von Paul Hintermann entworfen wurde, sind bis heute weitgehend unverändert. 2010 wurden sämtliche Fenster in der Kirche ersetzt, gleichzeitig wurde die Dachisolation verbessert. Auch die Küche wurde zwischenzeitlich erneuert.




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