Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Kirchen- und Baugeschichte

Der erste reformierte Gottesdienst in Rheinfelden, das im traditionell katholischen Fricktal liegt, fand im August 1854 in der Margarethenkapelle statt. Als die Kapelle für die rasch wachsende Kirchgemeinde zu klein wurde, sammelte man Geld für den Bau einer Kirche. Diese wurde 1895 eingeweiht.

Die Reformierten der Gemeinde Kaiseraugst wurden bis Ende der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts durch Pfarrer Max Gastpar aus Möhlin betreut. Im Herbst 1957 kam Pfarrer Jürg Fahrni nach Kaiseraugst. Als Seelsorger war er zuständig für die Gemeinden Kaiseraugst, Rheinfelden West, Magden und Olsberg. In diesem Jahr wurde Kaiseraugst neben Rheinfelden und Möhlin zum dritten Mitglied der Kirchgemeinde; Möhlin löste sich 1964 ab und wurde eine eigenständige Kirchgemeinde. Jürg Fahrni blieb 30 Jahre lang Pfarrer in Kaiseraugst. Nach seiner Pensionierung übernahm Pfarrerin Esther Borer-Schaub seine Nachfolge. Auch sie blieb der Kirchgemeinde viele Jahre, bis zu ihrer Pensionierung im Juni 2014, treu. Seit 2015 amtet Andreas Fischer als Pfarrer in der Gemeinde. Die Kirchgemeinde Rheinfelden-Kaiseraugst-Magden-Olsberg umfasst heute rund 5500 Mitglieder, rund 850 wohnen in Kaiseraugst.

Im Januar 1947 wurde im Schulhaus Kaiseraugst ein reformierter Kirchenbauverein gegründet, Präsident war Karl Bur. Der Verein hatte den Zweck, Geld für den Bau einer eigenen Kirche für Kaiseraugst zu sammeln. Die Gottesdienste fanden zu jener Zeit im Schulhaus statt, und die Schüler gingen für den Unterricht nach Rheinfelden. Fünf Jahre nach der Gründung des Kirchenbauvereins, 1952, konnte der Verein ein 19,72 Aren grosses Grundstück in der Nähe des Bahnhofs kaufen. Das Grundstück gehörte der Stadt Basel als Betreiberin des Kraftwerks. Die Verkäuferin erhielt ein Rückkaufrecht, falls die vorgesehene Kirche oder das Kirchgemeindehaus nicht innerhalb von acht Jahren zumindest im Rohbau erstellt worden sei. Dieses Rückkaufsrecht kam allerdings nicht zur Anwendung, obwohl bis zur Realisierung des Kirchgemeindehauses mehr als acht Jahre vergehen sollten.

Noch vor der Kirche wurde auf dem Grundstück das Pfarrhaus errichtet, das Pfarrer Jürg Fahrni zusammen mit seiner Familie 1958 bezog. Der Entwurf zum Pfarrhaus stammt von den Rheinfelder Architekten Peter Leuenberger und Hans Immoos.

Die Kirche wurde in den Jahren 1966/67 nach Plänen des Aarauer Architekten Emil Aeschbach (geb. 1922) erbaut. Die Grundsteinlegung fand am Sonntag, 19. Juni 1966, statt und wurde mit einem Gottesdienst im Rohbau gefeiert. Eingeweiht wurde die Kirche am 29. Januar 1967. Die Bauabrechnung belief sich auf 337'266.20 Franken, der Kirchenbauverein steuerte 73'631.20 Franken bei.

Somit ist die Kirche Kaiseraugst vergleichbar mit der Kirche Teufenthal, die eigentlich auch ein Kirchgemeindehaus mit integriertem Kirchensaal ist, aber ebenfalls über einen eigenen Kirchturm verfügt.

1967 wurde der Kirchenbauverein in den reformierten Gemeindeverein umgewandelt.


Umbauten und Renovationen

1981 wurden im hinteren Bereich der Kirche ein Sitzungszimmer und ein Lagerraum angebaut. Gleichzeitig wurde die Küche vergrössert, und im Untergeschoss entstand eine voll eingerichtete Werkstatt. Bei einem weiteren Umbau 2006 wurde die Küche renoviert, zudem der Eingangsbereich vergrössert und um eine Behinderten-Toilette und einen Lagerraum ergänzt. Beide Umbauten wurden unter der Leitung des Rheinfelder Architekturbüros Jäggi & Wendelspiess ausgeführt.

1988, nach der Pensionierung von Pfarrer Jürg Fahrni, wurde das Pfarrhaus umgebaut. Auch dieser Umbau geschah unter der Leitung von Jäggi & Wendelspiess. Im selben Jahr wird das Kirchgemeindehaus um einen freistehenden Glockenturm ergänzt. Die Architekturpläne dazu stammen von der Buser und Minder AG, Basel/Kaiseraugst.

Im August 2017 feiert die Kirchgemeinde das 50-jährige Bestehen der Kirche mit einem Gottesdienst und anschliessendem gemeinsamen Essen. In diesem Jahr sollen auch diverse Renovations- und Umbauarbeiten vorgenommen werden. Fest eingeplant ist die Erweiterung des Vorplatzes zulasten der Treppe, damit die Besucherinnen und Besucher mehr Platz für Besammlungen und Apéros im Freien erhalten. Auch der Jugendraum im Untergeschoss soll erneuert werden.




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