Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die reformierte Kirche Leerau in Kirchleerau

Die Kirche Leerau

Die reformierte Kirche in Kirchleerau wird – weil sie für die beiden Gemeinden Kirchleerau und Moosleerau zuständig ist – seit jeher gemeinhin als Kirche Leerau bezeichnet.

Die beiden Gemeinden im mittleren Suhrental gehörten des Hochmittelalters zum Einflussbereich der Grafen von Lenzburg, im Spätmittelalter zu demjenigen der Habsburger. Im 15. Jahrhundert wurden Kirch- und Moosleerau Bestandteil der Herrschaft Rued. Erst mit der Helvetik (1798) und der anschliessenden Gründung des Kt. Aargau (1803) entstanden hier eigenständige politische Gemeinden.

Der älteste Vorgängerbau der heutigen Kirche von Leerau dürfte in die Zeit des 11. Jahrhunderts zurückreichen. Die heutige Form erhielt das Gotteshaus anlässlich der Erweiterung von 1595. Der Ausbau von der ursprünglichen noch römisch-katholischen Kapelle zur reformierten Gemeindekirche mit Chor, Turm und Vorzeichen erfolgte in mehreren Stufen.

Die seit der Mitte des 15. Jahrhunderts für Leerau zuständige Herrschaft Rued hat den Kirchenbau und die Entwicklung der Kirchgemeinde während rund vier Jahrhunderten massgeblich geprägt. Besonders die seit 1520 auch auf Schloss Rued lebende Familie May hat hier grossen Einfluss ausgeübt, was an der reichhaltig gestifteten Glaskunst (Wappenscheiben) in der Kirche gut erkennbar ist.

Der bekannte Aargauer Schriftsteller Charles Tschopp (1899–1982) spricht in seiner «Landeskunde des Aargaus» (1961) von einer «bescheidenen, aber sehr hübschen Kirche, die zum kleinen, einfachen Dorf ausgezeichnet passt». Diese Charakterisierung hat noch immer eine gewisse Gültigkeit. Doch das «stille Bauerndorf» (Maurer) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch vermehrte Bautätigkeit verändert, verfügt aber – wie das Ruedertal – vielerorts noch immer über ein vergleichsweise ursprüngliches Dorfbild, wozu die kleine Pfarrkirche einen wesentlichen Beitrag leistet.

Seit der Reformation haben hier mehr als drei Dutzend Pfarrpersonen – bis in jüngste Zeit ausschliesslich Männer – die Kirchgemeinde seelsorgerisch betreut.

Verfasst von Markus Widmer-Dean

Das Bildmaterial stammt von Markus Widmer-Dean




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