Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Heutige Ansicht der Kirche Meisterschwanden von Westen her mit frühlingshafter Vegetation

Die Kirche Meisterschwanden

Meisterschwanden ist eines von vielen Aargauer Dörfern, die im Lauf ihrer Geschichte lange keine eigene Pfarrei ausgebildet und dementsprechend auch über keine Kirche verfügt haben. Vor der Gründung der Kirchgemeinde war das Dorf seit seiner Besiedlung im Frühmittelalter stets Bestandteil der Pfarrei Seengen gewesen.

Erst im Jahr 1817 kam es im Vorfeld eines lange geplanten Kirchenneubaus zur Gründung der reformierten Kirchgemeinde Meisterschwanden-Fahrwangen, die 1901 um die Ortschaft Tennwil sowie 1939 um die Reformierten der Gemeinden Bettwil und Sarmenstorf erweitert wurde.

Das prägnante Gotteshaus in erhöhter Lage existiert seit 1822. Im 19. Jahrhundert war der symbolisch gewählte, an der Gemeindegrenze liegende und von beiden Dörfern etwa gleich weit entfernte Standort noch gut als solcher sichtbar. Durch die im Verlauf des 20. Jahrhunderts beinahe vollständig zusammengewachsenen Siedlungsgebiete von Meisterschwanden und Fahrwangen hat die Kirche jedoch etwas an Prominenz verloren.

Mit Seengen verbindet Meisterschwanden nicht nur die gemeinsame Kirchengeschichte, sondern auch die Architektur der beiden Gotteshäuser. Sie können mit Fug und Recht als Zwillings- oder Schwesterkirchen bezeichnet werden, weil sie – abgesehen von der Grösse – auf identischen Plänen des Beromünsterer Architekten Jost Kopp (1759–1830) beruhen.

Als klassizistische Querraumkirche unterscheidet sich der Kirchenbau in Meisterschwanden (ebenso wie derjenige in Seengen) sowohl äusserlich, als auch vom Innenraumeindruck deutlich von der gewohnten Kirchenarchitektur älterer Gotteshäuser.

Neben einer historisch bedeutenden Orgel aus dem Jahr 1867 befanden sich im Innenraum der Kirche ab 1912 auch zwei schön gestaltete Fenster (links und rechts der Kanzel) des bedeutenden Zürcher Glaskünstlers Georg Röttinger (1862–1913), die jedoch im Rahmen der Renovation von 1977/1978 wieder entfernt worden sind. Die Kirche steht seit 1960 unter kantonalem, seit der Renovation der späten 1970er-Jahre unter eidgenössischem Denkmalschutz.

Verfasst von Markus Widmer-Dean 

Fotos Markus Widmer-Dean




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