Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die moderne Kirche in Murgenthal-Glashütten zeigt sich aus der Vogelperspektive als gut eingebetteter und wohlproportionierter Bestandteil der Siedlungslandschaft.

Die Kirche Murgenthal

Die reformierte Kirche von Murgenthal liegt im Ortsteil Glashütten. Der moderne Bau aus dem Jahr 1964 bildet dort mit dem deutlich älteren Pfarrhaus von 1822 ein ungleiches Paar. Ältere Kirchgemeindemitglieder erinnern sich noch daran, dass vor der Errichtung des heutigen Gotteshauses ein «alter» Kirchenbau neben dem heutigen gestanden hat.

Murgenthal gehört zu jenen Gemeinden, die um 1900 ihren Namen gewechselt haben. Während das Nachbardorf Rothrist lediglich die alte Bezeichnung Niederwil ablegte, wurden hier die beiden Dorfgemeinden Balzenwil und Riken (mit Glashütten) zu einem Gemeinwesen zusammengelegt.

Murgenthal gehörte mit seinen alten Ortschaften Riken, Gadligen, Glashütten, Walliswil, Gruben und Balzenwil bis 1798 zum bernischen Amt Aarburg.

Für Murgenthal waren vor der Reformation von 1528 die «ausserkantonalen» Kirchen von Wynau (Riken, Glashütten, Murgenthal) und Pfaffnau (Balzenwil) zuständig. Nach der Reformation wurden die Bewohner von Balzenwil zunächst nach Wynau kirchgenössig, mussten dann aber nach der Gründung der reformierten Kirchgemeinde in Roggwil (1664) das dortige Gotteshaus besuchen. 1817 kam es schliesslich zur Gründung der Kirchgemeinde Riken, die nun aus dem gesamten heutigen Gemeindegebiet (einschliesslich Balzenwil) bestand. Damals diente ein altes Kinderlehrhaus aus dem 18. Jahrhundert als Behelfskirche. Ein Pfarrhaus wurde bereits 1822 errichtet. Die erste eigentliche Kirche konnte dann 1854 eingeweiht werden. Sie blieb 110 Jahre bestehen und wurde 1964 durch den heutigen modernen Kirchenbau ersetzt.

Seit dem ersten Pfarrer Johann Rudolf Knecht, der 1818 den bisherigen Pfarrverweser Jakob Sigmund Ringier ablöste, haben rund zwei Dutzend Pfarrpersonen in der Kirchgemeinde Riken bzw. Murgenthal die Gläubigen seelsorgerisch betreut. Die mit Abstand längste Amtszeit verzeichnete Samuel Häusler. Er wirkte hier von 1820–1866, also 46 Jahre lang!

Verfasst von Markus Widmer-Dean

Sämtliche Fotos wurden von Markus Widmer-Dean und von Ruedi Hunziker, Kölliken, zur Verfügung gestellt.




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