Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die Kirche Othmarsingen mit dem früheren Dachreiter in einem historischen Foto vor 1895
© Kantonale Denkmalpflege Aargau

Die Kirchen- und Baugeschichte

Schon vor der jetzigen Kirche muss es in Othmarsingen ein Gotteshaus gegeben haben, und zwar eine Kapelle unserer «Lieben Frauwen zu Ottwissingen», also eine der Maria geweihte Kapelle, die erstmals 1421 in einem Brief erwähnt wurde; später ist sie auch in einem Zinsrodel von 1504 als Teil des «Gottzhus ze Amertschwyl» belegt: die Othmarsinger Marienkapelle und die Kirche von St. Peter in Ammerswil gehörten kirchenrechtlich zusammen. Eine eigenständige Kirchgemeinde Othmarsingen entstand erst Jahrhunderte später, 1873.

1675 wurde an anderer Stelle als die bisherige Marienkapelle ein Neubau realisiert, und zwar durch Meister  Michael Meyer (1616–1693) aus Lenzburg, unter der obrigkeitlichen (bernischen) Aufsicht von Meister Abraham Dünz I (1630–1688), der 1662 bereits die Kirche Birr und 1661-63 die Kirche Gränichen erbaut hatte.

Die Kirche hatte keinen Kirchturm, sondern einen Dachreiter, also einen kleinen, ‹aufgesetzten› (Glocken)Turm auf dem First, Richtung Westseite, der Teil der Dachkonstruktion ist. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Dachreiter abgerissen, und die Kirche bekam einen richtigen Kirchturm, und zwar durch den Architekten Karl Moser (1860–1936), der zusammen mit seinem Partner Robert Curjel das bekannte Architekturbüro Curjel & Moser in Karlsruhe und Basel führte, das sich als führend im Kirchenbau erweisen sollte. Eine Reihe von bekannten Bauwerken stammt aus diesem Büro, so die Villa Boveri (1896/97) und die Villa Langmatt (1899–1900) in Baden, das Kunsthaus Zürich (1904-10), den Badischen Bahnhof in Basel (1910-13), die Pauluskirche in Luzern (1910-12), das Kollegiengebäude der Universität Zürich (1911–14) und etliche katholische Kirchen in der Stadt Zürich.

1909 wurde eine neue Empore eingebaut. Der reiche Wandschmuck (Pilaster, Girlanden und Schnitzereine) stammen von 1921.

1927 entstanden die monumentalen Wandbilder von Werner Büchli (1871–1942).

1996 wurde die Friedhofsmauer saniert, und 1999/2000 erfolgte eine umfassende Gesamtrenovierung der Kirche. 2001 wurden die Wandfresken und 2002 die Orgel restauriert. 2014-15 erfolgte schliesslich die Restaurierung der Glocken, der Turmuhr und der Aussentüren.








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