Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Das Innere mit Blick in den Chor

Das Innere

Betritt man die Kirche durch den gläsernen Osteingang, befindet man sich zuerst in einem Gang unter dem Turm, der seitlich durch zwei Holztüren begrenzt wird. Die nördliche Tür führt zu einer Treppe, die in den oberen Saal führt. Die südliche Tür führt zu Sanitäranlagen, welche immer zugänglich sind. Nach Westen wird der Gang durch eine rundbogige Glastür abgeschlossen. Dahinter befindet sich der Vorraum.

Seit der Renovation in den Jahren 1960/61 ist das hintere Drittel des Kirchenschiffs vom Rest durch eine weisse, verschiebbare Trennwand abgetrennt. In diesem Raum mit roten Lehmplatten am Boden und weissen Wänden befinden sich keine Kirchenbänke. Er dient als Begegnungsraum für Apéros nach Gottesdiensten oder für kirchliche und gesellschaftliche Anlässe. Die Decke ist gegenüber dem Kirchenschiff etwa um die Hälfte erniedrigt, da sich über dem Vorraum ein Kirchgemeindesaal und die Empore befinden. Durch den Vorraum sind alle anderen Räume der Kirche erreichbar. Im Westen bietet er Zugang zum Kirchenschiff. In der Nordwestecke gibt es einen Aufgang zur Empore. An der Ostwand befinden sich nördlich des Eingangs der Lift zum Kirchgemeindesaal und zum Dachstock sowie Sanitäranlagen. Südlich der Eingangstür sind zwei Lagerräume.

Durch die Tür in der Trennwand gelangt man ins Kirchenschiff. Dieser rechteckige Raum wird im Osten durch die Trennwand und im Westen durch den grossen Chorbogen und drei Chorstufen abgeschlossen. Nördlich und südlich wird das Kirchenschiff durch hohe Seitenwände mit je drei Rundbogenfenstern begrenzt. Diese Fenster bilden die Gliederung der Wände. Einzig unter dem Fenster im Nordwesten befindet sich ein Seiteneingang, der die Symmetrie bricht. Die kühle, weisse Farbe der Wände tritt in Kontrast zur warmen, roten Farbe des Lehmplattenbodens. So entsteht eine spannungsvolle Atmosphäre, die an der Decke, wo ein Holzraster unter einer wissen Lochfassade hängt, wiederholt wird.

Am Boden gibt es zehn Bankreihen, welche durch einen Mittelgang in zwei Blöcke geteilt werden. In der Südwestecke gibt es ein Holzkreuz. Davor steht am Übergang zum Chor eine hölzerne Kanzel. Auf der Nordseite steht vor dem Übergang zum Chor ein Taufstein. Die Beleuchtung des Kirchenschiffs wird durch zwei hängende Leuchten über den Kirchenbänken sowie durch kleine Lampen in der Decke sichergestellt. Das matte Licht, das von dieser Beleuchtung ausgeht, steigert die spannungsvolle Atmosphäre des Kirchenschiffs zusätzlich.

Die schlichte hölzerne Kanzel vor dem Chor mit den fünf farbigen Chorfenstern

Der Chor beginnt vom Kirchenschiff her gesehen mit einem grossen, weissen, Chorbogen. Er ist durch drei steinerne Stufen vom Kirchenschiff getrennt.

Der Chorboden besteht aus grossen Natursteinplatten und bildet einen Kontrast zu den roten Lehmplatten des Kirchenschiffs und des Vorraums.

Die weissen Wände des Kirchenschiffs setzen sich in den Chor hinein fort. Das Auffälligste am Chor sind die fünf grossen Glasmalereien des Künstlers Werner Sommer, welche die Geschichte Gottes mit den Menschen im Alten (von Südosten) und im Neuen Testament (von Nordwesten) darstellen und diese im mittleren Fenster (Pfingsten) zu einem Geschehen zusammenkommen lassen. Der Abendmahlstisch steht in der Mitte des Chores. Er ist aus hellem Holz und stammt wie die meisten Einrichtungsgegenstände aus dem Jahr 1961, in dem eine grosse Innenrenovation stattfand

Die Kanzel ist seit der Renovation 1960/61 in der Kirche und besteht aus Naturholz. Sie steht in der Südwestecke des Kirchenschiffs am Übergang zum Chor. Sie hat eine Hufeisenform und reicht von den Chorstufen leicht schräg in die Kirche hinein. Sie vollzieht eine Bewegung vom Chor, in dessen Glasmalereien das Wort Gottes bildlich dargestellt ist, zu den Menschen im Kirchenschiff hin, den Weg der Verkündigung des Evangeliums.


Der einfache Taufstein von 1500 aus dem Borgängerbau der Kirche

Der heutige steinerne Taufstein stammt etwa aus dem Jahr 1500. Er wurde bereits in der Vorgängerkirche als solcher genutzt. In der Zeit von 1864 bis 1961 diente er jedoch als Friedhofsbrunnen und wurde durch einen anderen Taufstein ersetzt. Seit der Renovation 1960/61 steht er jedoch wieder in der Kirche und übernimmt seine ursprüngliche Funktion. Er besteht aus einem grossen, steinernen Kelch, der auf einem Sockel steht. Der Kelch wird durch eine Holzplatte gedeckt. Sein Inneres ist normalerweise leer. Bei einer Taufe wird ein Kupferkessel eingesetzt, welcher das Wasser fasst und den Vollzug des Sakraments auf diese Weise ermöglicht.


Empore und Orgel

Die Empore im hinteren Teil des Kirchenschiffs steht über der Trennwand zwischen Vorraum und Kirche und ist durch diesen und den Kirchgemeindesaal zugänglich. Die Empore hat einen Holzboden und ist in fünf Stufen gegliedert. Auf der Empore gibt es keine Kirchenbänke, sondern nur verschiebbare Stühle. In der Nordostecke steht eine hölzerne Orgel im Stil der 1960er-Jahre. Die Empore wird nach Osten von einer weissen Wand mit einer Tür zum Saal und im Westen durch eine Balustrade begrenzt. Deren Seite zum Kirchenschiff hin besteht aus einer weissen Front, über der sechs durchgehende Holzlatten angebracht sind. Zuoberst steht ein Geländer. Es lohnt sich der Blick von der Empore zum Chor und dann über das ganze Kirchenschiff: Die Farben der Glasmalereien im Chor scheinen in die spannungsvolle Atmosphäre des Kirchenschiffs einzudringen und diese in rechte Licht zu setzen, so wie das Wort Gottes in die Spannungen der Welt eindringt und diese in die rechte Ordnung bringt.

In der nordöstlichen Emporenecke befindet sich die Orgel. Sie wurde im Jahr 1961 von der Orgelbau Genf AG gebaut. Sie verfügt über 23 Register, zwei Manuale und ein Pedal. Im Grundriss bildet sie einen rechten Winkel um die Manuale. Hinter den Manualen thront auf einem hölzernen Sockel eine Front von Metallpfeifen, hinter der hölzerne Pfeifen stehen. Die Manuale werden nördlich durch einen hölzernen Sockel mit grossen Holzpfeifen begrenzt. Sie entsteht eine grosse Anlage, die durch ihre Kastenformen und ihre Naturholzfarbe den Stil der beginnenden Sechzigerjahre wiedergibt.

Hinter der Empore und über dem Vorraum befindet sich seit 1960/61 ein mittelgrosser Kirchgemeindesaal. Er hat einen Holzboden und weisse Wände. Beleuchtet wird er durch die grossen Rundbogenfenster in den Seitenwänden. Zu seinem Mobiliar gehören Stühle und Tische, welche Kirchgemeindeversammlungen, Kirchencafés, aber auch andere gesellschaftliche Anlässe ermöglichen. Auf der Nordostseite befinden sich der Zugang zum Lift sowie jener zur Küche. Diese wurde während der Renovation 1998/99 neu gebaut und seither laufend modernisiert. Mit dem Kirchgemeindesaal, der Küche und dem Vorraum übernimmt die Kirche auch jene Funktionen, die in anderen Gemeinden ein Kirchgemeindehaus hat. Deshalb finden in der Kirche Rein Anlässe verschiedenster Art von Gottesdiensten über Kirchgemeindeversammlungen bis zu einem Mittagstisch für Schulkinder statt. Das ganze Gemeindeleben findet unter einem Dach statt und kommt wie der eine Leib Christi zur Einheit in der organischen Verschiedenheit.




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