Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die Kirche Remigen

Die Kirche Remigen

Die Kirche Remigen steht ein wenig westlich des Dorfkerns gleich unterhalb von weiten Rebbergen an einem nach Südwesten abfallen Hang und wirkt an der Nordseite in ihn hineingegraben. Sie ist ein chorloser Predigtsaal, bestehend aus einem romanischen und gotischen Süd- und einem modernen Nordschiff. In westlicher Richtung ist mittig ein Käsbissenturm angebaut.

Die Kirche wurde im 11. oder 12. Jahrhundert als romanische Kapelle erbaut und dem Apostel Petrus geweiht. Bis 1460 wurde sie zu einem Rechteck mit Turm erweitert. Zusätzlich wurden in dieser Zeit Fresken an der Süd- und Westwand angebracht. Heute ist davon nur noch eine Szene erhalten, die Petrus und Paulus zusammen mit ihrem Gegner, dem Magier Simon zeigt.

Nach der Reformation wurde die Kirche vor allem als Lokal für den kirchlichen Unterricht gebraucht und deshalb weiter unterhalten. Im Jahr 1535 wurde ein Uhrwerk von Laurentius Liechti eingebaut, das heute zwar nicht mehr aktiv in Gebrauch ist, aber noch immer im Turm ausgestellt ist. Die Uhr am Ostgiebel des Turms war von Beginn weg eine Einzeigeruhr. Sie hat bis heute keinen Minuten-, sondern nur einenStundenzeiger. Der Stundenschlag übernahm ab 1659 eine Glocke, die 1823 umgegossen wurde.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Kirche profanisiert. Sie diente bald als Wohnung, bald als Lagerraum. Dabei wurden bauliche Eingriffe vorgenommen, die den Wandmalereien arg zusetzten.

In den Jahren 1957/58 wurde der Bau durch eine Renovation und die Erweiterung um ein Seitenschiff im Norden wieder für den kirchlichen Gebrauch tauglich gemacht. In diesem Rahmen erstellte der Künstler Willy Kaufmann aus Rümiken eine Glasmalerei im Ostfenster. Sie zeigt die Verleugnung des Petrus.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1998, folgte die letzte grosse Renovation. Dabei wurden das Geläut elektrifiziert, ein Anbau angefügt und die Fresken bis auf die eine Szene übermalt. Die Fensterlaibungen erhielten dabei neue Malereien. Zudem erhielt der Turm eine zweite Glocke. Vom zerfallenen, profanisierten Zustand der 1950er-Jahre ist in der heutigen modernen Kirche nichts mehr zu spüren.

Verfasst von Raffael Sommerhalder
Fotos von Markus Hässig

Ein besonderer Dank geht an Sigristin Helena Koller, Remigen.




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