Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Auf diesem Flugbild ist deutlich sichtbar, dass die Kirche im stark überbauten Umfeld im Dorfzentrum von Seengen heute deutlich weniger hervortritt, als noch vor einigen Jahrzehnten.

Das Äussere

Die reformierte Kirche von Seengen gehört ebenso wie ihre ‹Zwillingskirche› in Meisterschwanden zum Typus der sogenannten «Querkirchen». Im Grundriss dieser Gotteshäuser zeigt sich deutlich, dass sie eigentlich nur aus einem Querhaus bestehen. Ein Langhaus ist gar nicht mehr erkennbar ist. Im gesamten Aargau stellen Seengen und Meisterschwanden die beiden einzigen Kirchen dieses Typs aus der Zeit des Klassizismus (ca. 1770–1840) dar. Ein ähnlicher Bau in Zurzach von 1720 stammt noch aus der Zeit des Spätbarock. Verbreiteter waren Querkirchen jedoch im Kanton Zürich und im Welschland. Insgesamt gibt es in der Schweiz gut drei Dutzend Gotteshäuser dieses Typs.

Grundriss der reformierten Kirche Seengen. Die Querlage des Schiffs gegenüber der Hauptachse ist deutlich sichtbar. (1) Hauptzugang, (2) und (3) seitliche Zugänge, (4) Zugang zum Turm und damit zur Kanzel, (5) Turm, (6) Kanzel, (7) Taufstein, (8) Aufgänge zur Empore, (9) Standort des ehemaligen Orgel-Spieltisches auf der Empore (10) Fenster beidseits der Kanzel Glaskunst aus dem Glasmaleratelier Georg Röttinger in Zürich.

Der Grundriss der Kirche Seengen zeigt im Innenraum ein Oval, aussen ein gestrecktes Rechteck. Nordseitig ist ein 63 Meter hoher Turm mit einer Grundfläche von 9 x 9 Metern mittig ans Querschiff angesetzt. In früheren Zeiten müssen – wie bereits erwähnt – die Dimensionen des gesamten Baukörpers in einem bäuerlich geprägten Dorf noch stark übersetzt gewirkt haben. Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch die intensive Bautätigkeit jedoch deutlich verändert. So ist die Kirche Seengen heute nur noch eines von mehreren grossvolumigen Gebäuden des Dorfzentrums.

Die äussere Gliederung des Kirchenbaus erfolgt durch verputzte Mauerblenden in der Form von schmalen und leicht hervortretenden vertikalen Wandverstärkungen (Lisenen). Ausgehend vom Hauptgesims leitet eine Hohlkehle die Wände ins Walmdach über.

Auf allen vier Seiten gibt es Rechteckeingänge mit graden Gesimsen, die an den beiden Gebäudehauptachsen liegen. Der nordseitige Zugang führt durch den Turm. Am Sturz des südseitig gelegenen Haupteingangs ist eine Inschrift angebracht. Sie lautet: «GIEB GOTT DIE EHRE – MDCCCXX» [1820]. Darüber befindet sich eine Sonnenuhr mit dem Sinnspruch «Sicut umbra dies nostra» (= «wie ein Schatten ist unser Leben»).

Der südseitig gelegene Hauptzugang zur Kirche Seengen. Gut zu sehen sind Inschrift und Sonnenuhr sowie die grossflächigen Fenster.

Oberhalb der hohen und relativ breiten Stichbogenfenster ist eine zweite Reihe hochovaler Ochsenaugen in Stichbogennischen zu finden. Durch diese grossen Öffnungen ist ein kräftiger Lichtfluss ins innere des Kirchenraums garantiert.


Detail des Seenger Kirchturms mit den Schallöffnungen der Glockenstube, Zifferblatt und Kuppelhelm

Der Kuppelhelmturm, der auf vier aufstehenden Rundgiebeln (über den vier Turmuhrzifferblättern) einen achteckigen Aufsatz (Laterne) trägt, scheint als Anlehnung an den Helm der früheren Kirche in dieser Form ausgeführt worden zu sein.






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