Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Grabdenkmäler

Das Kunstdenkmälerinventar von 1953 nennt elf Grabdenkmäler, von denen sich nur noch sieben erhalten haben. Die restlichen dürften, bis zur Unlesbarkeit abgewittert, entfernt worden sein. Einige abgetretene Grabplatten aus der Kirche hatten schon damals eine Zweitverwendung als Abdeckung der Kirchhofmauer gefunden. Das mag uns heute pietätlos erscheinen, war aber über Jahrhunderte üblich. Bei den zwischen 1637 und 1847 entstandenen Grabdenkmälern handelt es sich ausschliesslich um Epitaphe, das heisst Erinnerungstafeln ohne zugehörige Grablege. Sie sind bis auf zwei aus Sandstein gefertigt und zeigen die stilistische Entwicklung der Grabmalkunst vom Frühbarock bis zum Klassizismus.

An der Südwand im Langhaus: 1. Johann Friedrich von Hallwil (1570-1637), Herr zu Hallwil und Schafisheim. Platte mit barockem Sinnspruch, umgeben von der Ahnenprobe des Grabmalstifters Hartmann, Sohn des Verstorbenen, mit 16 Wappenschilden auf einer Draperie, eingefasst von einer Säulen-Ädikula über maskenverzierten Postamenten und überhöht vom Allianzwappen Hallwil-Breitenlandenberg auf Roll- und Rankenwerk.

Beidseits des Portals unter dem Dach der Vorhalle, von links: 2. Pfarrer Emanuel Rohr-Zender (gest. 1734), Mitstifter der Kanzel. Wappen in ovaler Kartusche unter Segmentgiebel mit Totenkopf. Inschriften in Antiqua und Fraktur. – 3. Pfarrer Jacob Stäbli-Dünz (1694-1748). Wappenbild ohne Schild und Antiquainschrift unter eingezogenem Rundgiebel mit Totenkopf. – 4. Pfarrer Johannes Friedrich (1659-1711). Die Muschelsandsteinplatte zeigt zwischen Pilastern unter einem geschweiften Giebel das Vollwappen über einem Sinnspruch. Nameninschrift auf einer Sockelplatte. – 5. Etienne Brütel (1683-1752), Herr zu Schafisheim, Sohn des Gideon Brütel, der als Hugenott von Montpellier zugewandert war. Flache Tafel mit skulptiertem geviertem Wappen und Helmzier unter eingezogenem Rundgiebel mit geschweiften Schultern. Die Antiquainschrift nimmt Bezug auf den Verlust von Vaterland und Existenz, die er für sein reformiertes Bekenntnis bei der Hugenottenverfolgung geopfert hatte. Rütel hat den Bau des herrschaftlichen Neuhauses in Schafisheim begonnen.

Aussen an der Südwand des Chors: 6. Anna Catharina Brütel-Stettler (1769-1847). Schlichte Rechteckplatte aus Kalkstein mit Antiquainschrift.

Aussen an der Nordseite des Schiffs: 7. Samuel Baumann (1787-1839). Platte in unprofilierter Flachgiebelnische.



  




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