Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Kirchen- und Baugeschichte

Bis zur Reformation 1528 stand im Probstholz an der Strasse nach St. Urban eine Kapelle, die dem heiligen Ulrich geweiht war. Als die Region dann bernisch und reformiert wurde, liess die Berner Regierung die Kapelle abbrechen, um jegliche Zusammenkünfte der Altgläubigen zu verhindern. Daraufhin stand auf Strengelbacher Boden während Jahrhunderten kein Gotteshaus mehr. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein besuchten die Dorfbewohner die Stadtkirche von Zofingen, nur die Kinderlehre konnte seit 1664 auch in Strengelbach abgehalten werden. Mit dem Bevölkerungswachstum wuchs das Bedürfnis nach mehr seelsorgerischer Betreuung, so dass 1941 ein Pfarrhelferamt mit zwei Pfarrern eingerichtet wurde.

Der Mangel an einem Gotteshaus machte sich immer klarer bemerkbar: In Zofingen versammelte sich eine immer grössere Gemeinde, so dass man für eine eigene Gottesdienstfeier in Strengelbach mitunter in den Singsaal, in die Turnhalle oder in den Wald auswich. Wie so oft wurde aber beklagt, dass trotz der originell improvisierten Zusammenkünfte das kirchliche Gemeindezentrum fehlt. Im November 1960 wurde somit eine Kirchenbaukommission gegründet, die sich zunächst um den Bauplatz zu kümmern hatte. Unter mehreren Varianten wählte man schliesslich das Grundstück Rodel, für welches der Gemeinderat, 21,7 Aren Land gratis zur Verfügung stellte und weitere 34 Aren zu einem günstigen Preis verkaufte. Nach der Besichtigung mehrere neuer Kirchenbauten beschloss man das Raumprogramm, denn zum Gemeindezentrum sollten nebst Kirche und Turm auch ein Kirchgemeindehaus, ein Pfarrhaus, zwei Unterrichtsräume und ein Arbeitsraum für Frauen, im Untergeschoss ein Bastelraum, eine Jugendstube und ein Sitzungszimmer gehören. Für die Baupläne schrieb man einen öffentlichen Wettbewerb aus. Eingeladen wurden vornehmlich die reformierten Architekten des Bezirks Zofingen, jedoch auch einige weitere Architekten, die im Kirchenbausektor erfahren waren. Unter den 24 Entwürfen, die bis zum 15. Februar 1963 eingegangen waren, wurde das Projekt «Glaube» der Berner Architekten Hans Dubach und Walter Gloor in Bern sowie deren Mitarbeiter Urs Stauffer mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Im Dezember 1964 bewilligte man den Baukredit von 2.500.000 Franken. Nach dem Abbruch der alten Liegenschaft Rodel auf dem Bauplatz begannen am 4. Mai 1966 die Bauarbeiten an den Nebengebäuden (Kirchgemeindehaus, Saal und Pfarrhaus). Wie häufig in jener Zeit, wurde das grosse Bauvorhaben auch dafür genutzt, um im Interesse der Gemeinde im Untergeschoss der Anlage einen Luftschutzraum für 400 Personen einzurichten. Am 23. Oktober 1966 fand die Grundsteinlegung statt, bei der verschiedene Dokumente in eine Kupferkassette gelegt und schliesslich eingemauert wurden. Unter den Beigaben befanden sich unter anderem ein neues Testament, ein Kirchengesangbuch, die Pläne der Architekten sowie sieben Ausgaben des Zofinger Tagblatts. Bei der Einweihung am 24. März 1968 wurde betont, dass hier nicht nur ein Gotteshaus, sondern ein gesamtes kirchliches Gemeindezentrum errichtet wurde, das zudem mit vielen künstlerischen Arbeiten bereichert worden ist. Für den geglückten Einbezug des künstlerischen Schmuckes in den Bauplan wurde eigens eine kleine Kommission gegründet, die dank dem Präsidenten und Grossrat Werner Ruf ein ganzes Team von Aargauer Künstlern für sich gewann. Die Werke der künstlerischen Ausstattung wurden im Rahmen eines Familiengottesdienstes am 29. September 1968 separat eingeweiht und vom Konservator des Aargauer Kunstmuseums, Guido Fischer, ausdrücklich gewürdigt.

Abgesehen von einer Sanierung des Kirchendaches um 2008 waren bislang noch keine grösseren Renovationen vonnöten.




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