Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Die Glocken

Im Dachreiter der Kirche Uerkheim hängt seit 1941 ein Geläute mit vier Glocken. Drei von ihnen stehen in Gebrauch, eine harrt ihrer Wiederverwendung.

Bereits in vorreformatorischer Zeit dürfte mindestens eine Glocke vorhanden gewesen. 1670 wurde gemäss den Kirchenrechnungen eine neue Glocke gekauft, die bereits Bestandteil eines zweistimmigen Geläutes war.

Für das Jahr 1743 ist der Guss einer Glocke für die Uerkner Kirche überliefert. Sie stammte von Jakob Kuhn (1701-1784), einem Angehörigen der damals bekannten Zofinger Glockengiesserfamilie Kuhn. Sie ist noch heute vorhanden, jedoch - wie eben erwähnt - inaktiv im Turm (Beschreibung weiter unten bei den aktuellen Kirchenglocken).

Eine weitere Glocke entstand 1749 und war bis 1876 im Einsatz, als sie sprang und ersetzt werden musste. Die damals neu gegossene Glocke wurde 1941 mit zwei weiteren Klangkörpern ergänzt, die ebenfalls in der Aarauer Glockengiesserei Rüetschi produziert worden sind.

1938 hatte die Kirchgemeindeversammlung beschlossen, den baufällig gewordenen Dachreiter zu erneuern und gleichzeitig so zu vergrössern, dass künftig drei Glocken darin Platz finden könnten.

Das aktuelle Geläute der reformierten Kirche Uerkheim präsentiert sich folgendermassen:

1. Grosse Glocke («Friedensglocke») : Gestimmt auf den Ton «as» (Gewicht: 595 kg, Durchmesser 100 cm) mit der Inschrift: «Dank freiwilliger Mithilfe auswärtiger Bürger und ehemaliger Einwohner gegossen im Kriegsherbst 1939.» Und weiter: «Gib Frieden, Herr, Gib Frieden, du milder Liebeshort! Dann grünet schon hienieden ein Paradiesort. – Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten. Joh. 6:35».

2. Mittlere Glocke: Gestimmt auf den Ton «c» (Gewicht: 335 kg, Durchmesser 80 cm) mit der Inschrift: «Am Platze der an[no] 1749 gegossenen an[no] 1876 gesprungenen Glocke erstellt durch die Gebr. Rüetschi in Aarau» und weiter: «Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Matth. 11.28».

3. Kleine Glocke: Gestimmt auf den Ton «es» (Gewicht: 170 kg, Durchmesser 66 cm) mit der Inschrift: «Dank freiwilliger Mithilfe einer Reihe von Gemeindegliedern an Stelle einer kleineren Glocke aus dem Jahre 1743 gegossen im Kriegsherbst 1939.» Und weiter: «Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir gutes getan! Ps. 103:2.»

4. Alte Glocke: Gestimmt auf den Ton «fis» (Gewicht: ca. 90 kg, Durchmesser 54 cm) mit der Inschrift: «Herr Wilhelm Widler der Zeit Pfarrer zu Urcken, anno 1743 und Melchior Wilem, Undervogt, Sammel Schweitzer, Kilchmeier». Und weiter: «Aus dem Digel floss ich Jacob Kuhn in Zoffingen goss mich». Dies Glocke sollte 1941 zuerst eingeschmolzen werden, dann fasste man ein Umschmelzen mit einem Neuguss in einer anderen Tonhöhe ins Auge, entschied sich zum Schluss aber aus Kostengründen die Glocke unbenutzt wieder in den Glockenstuhl einzuhängen. 1968 wurde anlässlich der damaligen Kirchenrenovation ein Umschmelzen erneut verworfen.




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