Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Der festungsartige Gesamteindruck der Kirche und der freistehende Turm

Das Äussere

Wie es bereits das Wettbewerbsmotto «Hof» vorgesehen und ausgesprochen hat, gliedern sich Kirche, Nebenräume und Pfarrhaus als Gruppenbau U-förmig um einen rechteckigen Innenhof, der nach Süden hin zum freistehenden Glockenturm geöffnet ist. Auch gegen Norden bleibt der Hof ebenerdig durchlässig und führt unter dem Obergeschoss des Eckbaus (ehemals Sigristenwohnung, heute mit direkter Spindeltreppenerschliessung) über eine abschüssige Treppe ins Freie. Die Gesamtanlage macht durch die geböschten Wände, Betonstreben und Dachgeschosse von aussen einen geradezu festungsartigen Eindruck, während der Hof durch die hauptsächlich nach innen geneigten Dächer ans antike Atrium erinnert. Die Baukörper sind funktionsbedingt stufenförmig gestaffelt und nehmen zum Kirchenbau und zum Pfarrhaus hin an Höhe und Tiefe zu. Der Kirchenbau selber, von aussen nur unauffällig von den übrigen hofbildenden Bauten des Komplexes unterscheidbar, erinnert formal auch an die archaische Form des Zeltes, dessen Symbolik der einfach-behütenden Hülle während der 1960er Jahre mehrfach aufgegriffen wurde (vgl. auch die Kirche Bergdietikon).

Durch seine Kopfsteinpflästerung, die teilweise Begrünung und die Laubengänge vor den Nebenbauten macht der Innenhof einen besonders ‹heimeligen› Eindruck. Er bildet damit auch einen Kontrast zu den Baukörpern, die sich eher durch geometrisch-repetierende Formen und die dynamische Flächenwirkung der konsequent mit dunklem Eternit gedeckten Neigedächer auszeichnen. Materialwahl, schräg geneigte Dächer und Innenhofbildung sind allesamt zeittypische Charakteristika, die auch an manchen anderen Kirchenbauten der 1960er Jahre erkennbar werden und vorwiegend den Ideen des bekannten finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto nahestehen. Die massiven Gebäudewände bleiben in der gesamten Anlage auf die Erdgeschosse beschränkt, sind dafür insbesondere an der Kirche und dem Nebensaal stark lichtdurchflutet.

Der nahezu geschlossene Baukörper des Betonturmes

Eine etwas andere Sprache geht vom Betonturm aus, der als nahezu geschlossener, prismatischer Baukörper vorwiegend durch Eckgestaltungen und Betonverstäbungen auf der Höhe des Glockengeschosses gekennzeichnet wird. Er erinnert damit an den ersten kirchlichen Betonturm der Schweiz, den der berühmte Architekt Karl Moser 1925/27 für die katholische St.-Antonius-Kirche in Basel erbaut hat.




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