Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
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Die Gesamtanlage der am 28. November 1965 eingeweihten Kirche

Die Kirchen- und Baugeschichte

Seit dem Friedensvertrag nach dem Zweiten Villmerger Krieg 1712 konnten sich auch Reformierte in der zuvor rein katholischen Grafschaft Baden niederlassen, doch Untersiggenthal war noch Anfang des 19. Jahrhunderts zu 100% katholisch. Nach der Kantonsgründung 1803 bildete sich in Untersiggenthal allmählich eine kleine reformierte Gemeinde ausserhalb des Dorfkerns. Vor allem Soldaten aus Brienz, die sich 1799 mit der französischen Armee in der Gegend aufgehalten und an der Landschaft offenbar Gefallen gefunden hatten, kauften auf dem Steinenbühl Land, liessen sich hier mit ihren Familien nieder und durften in Baden den Gottesdienst besuchen. Erst 1856 aber beschloss die Regierung, dass auch die reformierten Einwohner der Gemeinden Ober- und Untersiggenthal zur reformierten Kirchgemeinde Baden genössig und dieser offiziell zugeteilt werden sollten. Auch danach blieb Untersiggenthal vorderhand ohne eigene Kirche. Der seit 1914 in Baden amtende Pfarrer Jakob Meier setzte sich aber im Besonderen für die Siggenthaler ein, sorgte für monatlich stattfindende Gottesdienste im Schulhaus und führte 1915 auch der Religionsunterricht ein.

1930 machten die Reformierten in der Bevölkerung bereits 30% aus, und 1958 musste die reformierte Weihnachtsfeier aus Platzgründen in der Turnhalle statt im Schulzimmer abgehalten werden. Damals waren aber bereits konkretisierte Pläne für eine eigene Kirche in Gang gesetzt worden. Schon 1952 hatte die reformierte Kirchenpflege Baden im unteren Breitenstein Land erworben, und 1959 nahm Pfarrer Immanuel Leuschner eine neu gegründete Pfarrstelle mit Sitz in Untersiggenthal ein. Der Weg für ein kirchliches Zentrum war nunmehr geebnet, und 1961 konnte ein Wettbewerb für einen Kirchenbau samt Pfarrhaus und Nebenräumen ausgeschrieben werden, zu dem 14 Projekte eingingen. Das Preisgericht vergab den ersten Rang dem Entwurf «Hof» des Badener Architekten Gottfried Siegenthaler, der die erforderlichen Baukörper um einen grossen Hof gruppierte. Am 25. Oktober 1962 genehmigte die Kirchgemeindeversammlung in Baden – erstmals mit Frauenstimmrecht – den Bau der neuen Kirche für Untersiggenthal und bewilligte einen Kredit von 1,9 Mio. Franken. Der Startschuss zum Baubeginn kam gerade noch zu einem besonders glücklichen Zeitpunkt, denn die Badener Banken sagten in einem gemeinsamen Beschluss der Kirchgemeinde namhafte Kredite zu – paritätisch gerecht profitierte davon auch die katholische Kirche in Ennetbaden. Kurz darauf aber beschloss der Bundesrat die Sperrung von Baukrediten für öffentliche Bauten.

Dafür wurden die Bauarbeiten durch andere Ansprüche verzögert: Kurz nach Beschlussfassung des Baubeginns ersuchte die politische Gemeinde Untersiggenthal darum, unter der Kirche eine Sanitätshilfsstelle für den Zivilschutz einzurichten. Deren Planung wurde gutgeheissen, dauerte aber aufgrund von diversen Vorschriftsänderungen so lange, dass erst im Herbst 1963 mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, wobei die ersten Monate für den Aushub und die Betonierung der Sanitätshilfsstelle benötigt wurden. Erst auf einer Betondecke von 1 Meter Dicke wurden schliesslich die Fundamente für den Kirchenbau gelegt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. Juni 1964, im Februar 1965 wurde das Pfarrhaus bezogen. Seit dem Bettag 1965 wurden Gottesdienste im Saal des Kirchgemeindehauses abgehalten, und am 28. November 1965 fand die feierliche Einweihung statt. Nun konnte Pfarrer Leuschner von seinem Wohnblock auch ins neu errichtete Pfarrhaus des kirchlichen Zentrums ziehen.

Renovationen

1992 wurden die Betonfassaden saniert, wobei die ursprüngliche Materialität des Sichtbetons durch einen weissen Anstrich übertüncht wird. Zugleich wurde das Dach isoliert und die Wohnung im Dachgeschoss mit einem neuen Eingang versehen. Mittlerweile wurden auch das Innere des Kirchgemeindesaals saniert und die Sanitätshilfsstelle geschlossen.




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