Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Der Chor mit den gotischen Wandmalereien und dem Auferstehungsfenster von Felix Hoffmann

Der Chor

Im kreuzgewölbte Chor der Kirche sind schöne gotische Wand- und Deckenfresken von um 1400 erhalten. Vermutlich handelt es sich um Reste der Bemalung, die ursprünglich die ganze Kirche umfasste.

In der Südwand wird der heilige Martin zu Pferd (dem die Kirche ursprünglich geweiht war) gezeigt; an der Ostwand befinden sich zwei musizierende Engel.

Die vier Gewölbekappen zeigen die vier Evangelistensymbole. Jedes ist in einem schwarzrot gerahmten Dreipass eingelassen und versehen mit einem geschwungenen Namensband. Die Mitte ziert ein eine mit Eichenlaub umrankte bätige Maske.

Die Mitte des Kreuzgewölbes mit den vier Evangelisten-Dreipässen

Der goldene Schlussstein

Ein Detail der Bemalung auf einem der vier Schildbogen

Ein Fragment der ursprünglichen Bemalung

Farblich ist die Bemalung von Decke und Seitenwänden in warmen Rottönen gehalten. Der Künstler Felix Hoffmann (1911—1975) hat sich zur Wahl seiner Farben für sein Auferstehungsfenster vorgängig auf die ihm eigene Weise sensibel Gedanken zur Farbgebung gemacht und dazu geschrieben: «Die im Mittelalter übliche Farbskala der kalksicheren Erdfarben Ocker, Englischrot und Schwarz geben dem Raum einen warmen Goldton, besonders, wenn das Sonnenlicht durch das schmale Südfenster fällt und mehrfach von den Gewölbezwickeln reflektiert wird.» Und sich für die Farbgebung seines Fensterentwurfs so geäussert: «Bewusst stellte ich mein Fenster als Kontrast in diese farbige Gegebenheit. Ich wollte ein blaues Fenster, das als Ende der Kirchenachse kostbar und einzigartig wirken sollte. [...] Rot vermied ich fast ganz, um durch die stärkere Leuchtkraft das Englischrot der Wandmalerei nicht zu übertönen. Nur in winzigen Partien – in den drei Kreuzen und dem Blutkelch – erlaubte ich es mir, und auch da gegen violett gebrochen, in die Nachbarschaft von Blau.»

Felix Hoffmanns 1967 eingebautes Fenster verbindet sich somit auf einfühlsame und sensible Weise mit dem vorgegebenen gotischen Raum und den Wandmalereien aus der Entstehungszeit. Das Resultat ist ein intimer, schlichter und doch kostbarer Raum, der beides enthält: eine warme und kalte Farbgebung.




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