Reformierte Kirchen im Aargau

Ein Projekt der Refomierten Landeskirche Aargau
Stritengässli 10, 5001 Aarau, ag@ref.ch

 

Blick auf den Chorraum mit Lesepult und modern interpretiertem Abendmahlstisch

Das Innere

Der Saalbau wirkt mit seiner linksseitigen Fensterreihe und dem gegenüber liegenden Anschluss an den Nebenraum praktisch und modern.



Blick vom Chorraum zur Empore mit Orgelprospekt


Auf dieser Aufnahme wird die Verbindung zum Nebenraum gut erkennbar

Eine weite, durch Binder rhythmisierte Stichbogendecke überspannt den Saal, der in schlichtem Weiss gehalten ist und in Anlehnung an die Tradition in einen stark eingezogenen, über zwei Stufen erhöhten Chorraum führt. Dieser wird zweiseitig (am Scheitel und rechtsseitig) von schlanken Stichbogenfenstern erhellt. Er enthält anstelle einer Kanzel ein modernes Lesepult und einen Abendmahlstisch, beides Werke der Künstlerin Adelheid Hanselmann (*1946). Sie gestaltete auch das darüber hängende Kreuz, das dem Chorraum zusammen mit den schlichten, aber in engen Reihen gruppierten Pendelleuchten eine stilsichere, modern-sakrale Stimmung verleiht.



Das hängende Kreuz im Chorraum

Weil um den Taufstein der paritätischen Kirche (vermutlich wegen des Weihwassers) immer wieder gestritten wurde, beschaffte der selbstbewusste Pfarrer Felix Tobler 1642 auf eigene Faust einen zweiten Taufstein, der nur von den Reformierten genutzt werden sollte. Das gefiel den Katholiken nicht und sie setzten sich für eine Bestrafung ein. Der Taufstein allerdings konnte weiterhin benutzt werden und wurde sogar in die neu erbaute Kirche übernommen, wo er noch heute vor den Chorstufen steht.


Der schlichte alte Taufstein von 1642


Detail des Taufsteins mit einem Ausschnitt der Inschrift in goldenen Lettern

Der früh­barocke Weichsandsteinkelch mit balusterförmigem Fuss und gerippter Kuppa trägt in goldenen Lettern eine gotische, deutschsprachige Friesinschrift aus dem Matthäus -Evangelium: «1642 LASSEND DIE KINDLIN ZU MIER KOMEN DEN JHRO IST DAS RICH GOTTES M 10».

Im Zusammenhang mit der Übernahme in die neue Kirche wurde der Taufstein vom Würenloser Bildhauer Hans Markwalder restauriert.

Die sieben hochformatigen Fenster wurden erst im Zuge der Renovation 1991/93 mit künstlerischer Gestaltung versehen.

Die Orgelweihe am 31. Januar 1938 bedeutete den Abschluss des Kirchenneubaus. Die Orgel enthielt eine pneumatische Registratur und 12 Register. Aus den Akten ist zu schliessen, dass man mit der Orgel nie so richtig zufrieden war. Auch mit dem Organisten gab es 1944 Schwierigkeiten, weil er fürs abendliche Üben immerzu die gesamte Kirchenheizung und Beleuchtung eingeschaltet hatte – angeblich, weil er sich sonst fürchtete. 1951 und 1955 brannte der Orgelmotor aus, eine Gesamtrenovation 1976 änderte nur wenig und behielt die veraltete Pneumatik bei. Seit 1983 nahmen die Bemühungen zu, durch die Einrichtung eines Orgelfonds ein besseres, neues Werk anzuschaffen, das 1993 verwirklicht werden konnte.



Die neue Orgel von 1993

Das heutige Instrument mit 18 Registern und zwei Manualen schuf die bewährte Firma Kuhn in Männedorf. Es ist auf der Eingangsempore in einem stichbogenförmigen Prospekt untergebracht, der sich der gewölbten Architektur des Kirchenschiffs anpasst.




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